26. Mai 2023
Grünes Licht für 6G in der Industrie: EU fördert Technologieentwicklung mit mehr als 13 Millionen Euro
5G- und 6G-Anwenderindustrien profitieren von der Forschungsförderung
Die Antragsteller können nicht nur von einer Fördersumme von bis zu 60.000 € profitieren, sondern das Target-X-Konsortium bietet ihnen auch einen breiten Rahmen von bereits etablierten 5G-Umgebungen. So können sich die Unternehmen auf die Umsetzung ihrer Projekte konzentrieren, ohne erst eine Netzinfrastruktur installieren zu müssen. Inhaltlich können Unternehmen aus einem breiten Spektrum an ausgeschriebenen Themen wählen. In der Automobilindustrie kann 5G in Projekten eingesetzt werden, die von Fahrzeugtests über Unterstützungssysteme bis hin zum autonomen Fahren sowohl für Personen- als auch für Nutzfahrzeuge reichen. Die Baubranche kann die 5G-Technologie für die digitale Planung, den Bau und die Verwaltung von Gebäuden einsetzen, einschließlich des digitalen Zwillings von Industrieanlagen, Gebäuden und Recyclinganlagen für Baumaterialien. Die 5G- und 6G-Technologie kann auch in der Sensortechnik zur Überwachung des Energieverbrauchs, zur Steuerung von Stromverteilungsnetzen und zum Bau, Betrieb und zur Wartung von Energieanlagen eingesetzt werden. Die Fertigungsindustrie kann die 5G-Technologie nutzen, um echtzeitfähige Sensor- und Steuerungstechnik, Edge-Cloud-Technologien und digitale Zwillinge für Robotik und Werkzeugmaschinen zu entwickeln. Das Fraunhofer IPT hat bereits mit einigen der TARGET-X-Partner an Entwicklungen für die fortschrittliche Fertigungsindustrie gearbeitet.
Europäisches Netzwerk von Einzelprojekten setzt neue Maßstäbe
Ziel des TARGET-X-Projekts ist die Demonstration, Validierung und Bewertung des Potenzials von 5G und 6G in realen Umgebungen der Endnutzerindustrien. Daher wird sich das Projekt auf Echtzeitkommunikation, Lokalisierung, Interaktivität, den digitalen Zwilling und Sensornetzwerke konzentrieren. Alle entwickelten Lösungen werden anhand von Kriterien bewertet, die Nachhaltigkeit, Sicherheit und Datenschutz berücksichtigen. Zentrales Ziel ist es, neue Geschäftsmodelle und einen Bewertungsrahmen für die Beurteilung des wirtschaftlichen und sozialen Nutzens der entwickelten Lösungen zu schaffen. Durch die Aktivitäten der TARGET-X-Gemeinschaft wird unter Beteiligung von bis zu 100 weiteren Partnern ein europaweites Netzwerk aus kleinen und mittleren Unternehmen, Start-ups sowie IT- und OT-Partnern entstehen. Dieses Netzwerk wird bei der weiteren Entwicklung der Technologien zusammenarbeiten und so mittelfristig eine Wirkung erzielen.
Verkürzte Markteinführungszeit für das 5G/6G-Ökosystem
Durch die Bündelung von Anstrengungen und Ressourcen von Anfang an will das Target-X-Projekt die Standardisierung der 6G-Technologieentwicklung beschleunigen. Im Laufe des Projekts wird das Target-X-Konsortium neue Funktionen und Dienste entwickeln, darunter mmWave, Lokalisierung und Echtzeitkommunikation mit TSN oder DetNet, und diese in bestehenden Pilotanlagen und Testbeds testen. Durch die Einbeziehung einer großen Zahl von Teilnehmern in die Teilprojekte will Target-X das 5G/6G-Ökosystem schneller stärken, als dies ohne ein vergleichbares Vorhaben möglich wäre.
Fünf Prüfstände für Anwendungen aus dem Automobil-, Bau-, Energie- und Fertigungssektor
Einzigartig ist, dass die Partner des Target-X-Konsortiums für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit Zugang zu fünf Testbeds in zwei der größten Testeinrichtungen Europas haben. Das Idiada Automotive Testbed in der Nähe von Barcelona, Spanien, erstreckt sich über eine Fläche von 370 Hektar und verfügt über 14 Mehrzweck-Testbeds, die verschiedene Netzkonfigurationen und Bedingungen für die Entwicklung von Lösungen für das vernetzte Fahren abbilden können. Der 5G Industry Campus Europe in Aachen, Deutschland, ist das größte industrielle 5G-Testfeld in Europa. Auf einer Fläche von fast einem Quadratkilometer Outdoor- und Indoor-Netz testet die Einrichtung seit Ende 2019 5G-Netzanforderungen für Anwendungen in der standortübergreifenden Fertigungstechnik, Montage, Robotik, Logistik, Energie und im Bauwesen. Allein die Referenzbaustelle des Zentrums Bau-Robotik steuert über 4000m² lebende Laborfläche bei. In diesem Umfeld haben RWTH-Institute sowie Industriepartner die Möglichkeit, innovative Prozesse, Produkte und Konzepte unter realen Bedingungen zu testen und zu evaluieren.
Partner im TARGET-X Projekt
- Fraunhofer Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Deutschland (project coordination)
- Ericsson GmbH, Germany
- RWTH Aachen University RWTH, Germany
- IDIADA AUTOMOTIVE TECHNOLOGY SA, Spain
- Center Construction Robotics, Germany
- FUNDACIO PRIVADA I2CAT, INTERNET I INNOVACIO DIGITAL A CATALUNYA, Spain
- Marposs SpA, Italy
- FundingBox Accelerator, Poland
- Ericsson Arastirma Gelistirme ve Bilisim Hizmetleri Anonim Sirketi, Turkey
- 5G Communications for Future Industry Verticals SL, Spain
- Marposs Monitoring Solutions GmbH, Germany
- Neutroon, Spain
- Mitsubishi Electric Europe B.V. German Branch, Germany
- FundingBox Communities, Spain
- Qualcomm CDMA Technologies GmbH, Germany
Kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die des Autors/der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Bewilligungsbehörde wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für sie verantwortlich gemacht werden.
Weitere Informationen unter: www.target-x.eu